Bedrohte Arten

Viele Arten sterben unentdeckt

Die Schätzungen dazu, wie viele Arten es auf unserem Planeten gibt, gehen weit auseinander, weil es sehr unterschiedliche Schätzmethoden gibt. So schwanken die Angaben zwischen 3 und 30 Millionen Arten. Mehrheitlich geht man jedoch von einer Gesamtzahl von rund 14 Millionen Tierarten aus. Von Wissenschaftlern untersucht und beschrieben sind weltweit gerade einmal rund 1,8 Millionen Arten, etwa 1 Million davon sind Insektenarten.

Das heißt zugleich, neun von zehn existierenden Tierarten sind uns noch gar nicht bekannt. Und viele werden wir auch nie kennenlernen, denn derzeit sterben Jahr für Jahr etwa 100 bis 1000 mal mehr Arten aus als früher - nach Schätzungen von Wissenschaftlern. Dass Tiere aussterben ist Teil der natürlichen Entwicklung. Der Mensch hat es aber zu verantworten, dass sie es mittlerweile in so gewaltigem Ausmaß tun. Und deshalb muss auch der Mensch etwas gegen diese Entwicklung tun. Der Schutz bedrohter Tierarten duldet keinen Tag Aufschub.

Artensterben hat viele Ursachen

Wenn der Mensch Wälder rodet oder Moore trocken legt, wird Lebensraum von Tieren und Pflanzen zerstört. Viele von ihnen können nicht einfach in andere Lebensräume ausweichen. Mal sind die zu überwindenden Strecken schlichtweg zu groß, mal gibt es gar keine geeigneten Gebiete mehr. Und selbst wenn es Reviere gibt, die als Ausweichmöglichkeit geeignet wären, sind sie diese zumeist bereits von anderen Arten beansprucht.

Der Klimawandel hat enormen Einfluss auf alles Leben auf der Erde. So führt er beispielsweise dazu, dass in der Arktis den Eisbären der Lebensraum regelrecht wegfließt. Eisbären sind aber auf das Eis angewiesen: Den ganzen Winter durch jagen sie Robben im Eis und fressen sich so viel Fett an, dass sie den Sommer an Land überleben können. Geht jedoch das Eis zurück, müssen die Bären später mit der Jagd beginnen und früher aufhören. So sind die Fettreserven kleiner, ebenso wie die Chance, den Sommer gut zu überstehen. Immer öfter müssen Tiere verhungern.

Die Überfischung der Ozeane ist eine andere Ursache für das massenhafte Verschwinden von Arten. Überfischen heißt, dass der Mensch mehr Fische fängt, als auf natürliche Art wieder nachkommen können. So werden die Meere nicht nur geplündert, sondern immer mehr ihrer Vielfalt beraubt. Weil Fisch bekömmlich ist und als gesund gilt, ist er sehr beliebt auf den Speisekarten rund um den Globus. Dank der immer präziseren Technik an Bord der Fangschiffe und riesiger Netze lässt sich heutzutage fast jeder Fischschwarm entdecken und fangen.

Folgenreiche Verluste

Stirbt eine Tier- oder Pflanzenart aus, ist das nicht allein ein Verlust für Speisekarten, Zoos oder Unternehmen, die ihre Gewinne aus der Verarbeitung von Tieren und Pflanzen schöpfen. Diese Art fehlt vor allem anderen Tieren oder Pflanzen als Nahrung, als Versteck oder Nistplatz. Tiere und Pflanzen, aber auch unbelebte Elemente, wie etwa Gestein, Böden oder die Lufttemperatur bilden viele kleine Bausteine der Natur, die miteinander die unterschiedlichsten Wechselwirkungen eingehen können. Fällt nur eine einzige Art weg, können dadurch sehr komplexe Systeme aus dem Gleichgewicht geraten und sogar zerstört werden.

Meldung

Tag des Artenschutzes am 3. März

Krokodile faszinieren mit ihrem Schuppenpanzer und Orchideen mit ihrer Blütenpracht. Viele Tier- und Pflanzenarten auf der Welt werden aufgrund ihrer Schönheit oder ihres seltenen Vorkommens gejagt, getötet und als Ware verkauft. So werden sie zum Beispiel zu Pelzen oder zu Urlaubsandenken für Touristen verarbeitet. Auch wenn die Jagd auf bestimmte Tiere verboten ist, halten sich nicht alle Menschen daran. Die verbotene Jagd auf Tiere wird als Wilderei bezeichnet.

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Meere sind vielen Gefahren ausgesetzt. Zu den größten gehört die Klimaerwärmung. Mit ihr erwärmt sich auch das Meerwasser. Heimische Fischarten wie der Kabeljau, die kühle Temperaturen benötigen, ziehen darum nach Norden. Aber auch das Treibhausgas Kohlendioxid setzt den Meeren zu.

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