Naturschutz

  • Naturschutz bedeutet Lebensräume zu erhalten

Weniger Eingriffe in die Natur

Wirksamer Naturschutz hat viele Gesichter. Bevor man sich jedoch den einzelnen Arten zuwendet, ist die Grundvoraussetzung erfolgreicher Bemühungen zum Naturschutz, Lebensräume zu erhalten. Oder besser noch, sie auszubauen. Die Natur braucht große, zusammenhängende, ungestörte Flächen.


Tatsächlich aber rauben wir der Natur tagtäglich Räume. Wir nutzen diese Fläche um neue Straßen, Sportanlagen, Parkplätze, Gebäude oder Industrieanlagen zu bauen. Das sind in der Summe größere Flächen als man zunächst denkt - zurzeit sind es in Deutschland etwa 80 Hektar an jedem Tag. Das sind weit über einhundert Fußballfelder an jedem Tag des Jahres, nur in unserem Land. Daher hat die Bundesregierung beschlossen, bis zum Jahr 2020 den Flächenverbrauch deutlich zu verringern. Und zwar auf 30 Hektar pro Tag. Das wären dann zumindest nur noch etwa 42 Fußballfelder.

Auch die Landwirtschaft kann die Umwelt stark belasten. Wenn zu viel gedüngt wird, beeinträchtigt dies das Grundwasser und die Wasserqualität in Flüssen, Bächen und Seen. Es wird dann viel teurer, ausreichend Trinkwasser zu gewinnen. In Gebieten, wo Tiere in Massen gehalten werden, ist die Luft oft schlecht. Manchmal sogar genauso schlimm wie in Städten mit viel Verkehr. Andererseits kann naturgerechte Landwirtschaft aber auch zum Natur- und Artenschutz beitragen. Denn viele Lebensräume für Tiere und Pflanzen entstehen erst dadurch, dass Bäuerinnen und Bauern sie nutzen und pflegen. Zum Beispiel Streuobstwiesen mit großen Obstbäumen, wo viele Vögel wohnen, etwa der Steinkauz. Auch Trockenrasen brauchen Schafe und Schäfer. Nur wenn sie regelmäßig abgeweidet werden, können dort Kuhschellen und andere Orchideen wachsen und Raubvögel Kaninchen jagen, die sich auf solchen Wiesen wohlfühlen.

Bestimmte Eingriffe in die Natur lassen sich nicht vermeiden – wir brauchen nun mal Straßen, Bahnstrecken, Siedlungen oder Stromleitungen. Unsere Tiere aber brauchen sie nicht. Im Gegenteil: Ob Rotwild, Wildschwein, Dachs oder Kröte – sie alle sind irritiert, wenn eine Straße oder Schiene ihre gewohnten Wege zum Futter-, Paarungs- oder Laichplatz kreuzt. Oder wenn plötzlich eine Neubausiedlung im Weg steht. Dann können sie ein bestimmtes Gebiet nicht mehr verlassen, leben sozusagen auf einer Insel. Das führt beispielsweise dazu, dass sich immer wieder miteinander verwandte Tiere paaren. Dies wiederum ist nachteilig für das Erbgut der Tiere. Darum will die Bundesregierung in ganz Deutschland Lebensräume miteinander verbinden - durch Hecken, Waldstücke, Grünbrücken und Wasserläufe. Man nennt das auch Vernetzung von Lebensräumen. Mindestens ein Zehntel des gesamten Bundesgebiets soll diesen sogenannten Biotopverbund bilden. Außerdem soll zukünftig dafür gesorgt werden, dass Tiere neue Straßen gefahrlos überqueren können.

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