Chemikalien

  • Chemikalien - nützlich, aber auch gefährlich für die Gesundheit
    Strenge Regeln für Pflanzenschutzmittel

Was macht die Politik gegen gefährliche Chemikalien?

Umweltschutz schützt die Gesundheit – auch deine. Besonders deutlich wird dies bei Chemikalien. Denn sie stecken in nahezu allen Produkten, die du täglich nutzt. Angefangen von der Zahnpasta, die du morgens in den Mund nimmst bis zur Matratze, auf die du dich abends schlafen legst. Sie stecken in Spielsachen, in deiner Kleidung, in Möbeln, Tapeten, Farben und Teppichen. Sie stecken in deinem Handy, im Fernseher und im Computer, auf dem du dies hier gerade liest. Chemikalien sind aus unserem Alltag nicht mehr weg zu denken. Weltweit werden immer mehr Chemikalien produziert. Vor rund 80 Jahren war es noch eine Tonne jährlich. Heute ist es 500-mal soviel. Keine Frage – Chemikalien nützen uns. Viele Produkte gäbe es ohne sie nicht. Und doch können sie auch die Gesundheit gefährden. Experten schätzen: Chemikalien könnten in bis zu 25 von 1.000 Fällen für Allergien, Asthma, Hautkrankheiten und Krebs mitverantwortlich sein.

Weil Wissen schützt: die REACH-Verordnung

Damit wir sicher vor Chemikalien sind, ist es wichtig, mehr über sie zu wissen. Tatsache ist: Innerhalb der Europäischen Union sind rund 100.000 Chemikalien erfasst. Bei rund 95.000 dieser Stoffe ist jedoch unbekannt, wie sie auf die menschliche Gesundheit wirken. Hoppla, da klafft eine Wissenslücke! Um die zu schließen, entstand die sogenannte REACH-Verordnung. REACH ist eine Abkürzung für Registrierung, Evaluierung (Bewertung), und Autorisierung (Zulassung) von Chemikalien. Im Kern verlangt die Verordnung: Stoffe, die in großen Mengen hergestellt werden und oft schon seit Jahren auf dem Markt sind, müssen registriert und untersucht werden. Und zwar darauf, ob sie schädlich auf die Gesundheit und die Umwelt wirken. So kann man Risiken, die durch Chemikalien entstehen, schneller erkennen und vermeiden. Seit 1. Juni 2008 gilt REACH überall in der Europäischen Union – auch in Deutschland.

Wie werden Lebensmittel noch sicherer?

Hattest du heute Morgen etwas Gesundes auf dem Frühstücksteller? Vollkornbrot oder Müsli? Obst? Marmelade? Viele Lebensmittel sind Pflanzen oder werden aus Pflanzen hergestellt. Nur wenn die Pflanzen gesund sind, kann auch das Lebensmittel gesund sein. Damit Pflanzen nicht schon auf dem Acker oder im Obst- und Gemüsegarten von Krankheiten oder Schädlingen befallen werden, setzen Landwirte meist Pflanzenschutzmittel ein. Ist das unbedenklich für unsere Lebensmittel? Im Januar 2009 gab es jedenfalls einen riesigen Fortschritt für sichere Lebensmittel. Die Europäische Union (EU) schaffte neue Regelungen im Pflanzenschutz. Seitdem sind Stoffe, die besonders bedenklich sind, verboten. Das bedeutet: Sie dürfen nicht mehr als Pflanzenschutzmittel verwendet werden. Die Pflanzenschutzregelungen der EU verbieten zudem eine Menge anderer Stoffe, die unsere Gesundheit gefährden:

  • Stoffe, die nachweislich Krebs erregen,
  • Stoffe, die das Erbgut verändern,
  • Stoffe, die die Fähigkeit zum Fortpflanzen schädigen und
  • Stoffe, die das menschliche Hormonsystem stören. Das Hormonsystem dient dazu, den Körper zu steuern. Und zwar vom Wachstum bis hin zur täglichen Verdauung.

Somit können all diese bedenklichen Stoffe nicht mehr über die Äcker auf unsere Teller gelangen. Na dann: Lass es dir morgen früh wieder schmecken!

70.000
Seit der Einführung des Bio-Siegels in Deutschland wurden fast 70.000 Produkte mit diesem Kennzeichen ausgestattet.
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