Meeresumweltschutz

Nicht unerschöpflich

Die Meere sind so groß, dass man früher glaubte, dass sie unerschöpflich sind, dass es immer genügend Fische geben wird und dass man Abfälle und Giftstoffe einfach hineinschütten kann, weil diese in der großen Wassermenge einfach verschwinden. Aber das stimmt nicht. Was man ins Meer hineinschüttet verschwindet nicht einfach. Giftstoffe und Plastikmüll verschmutzen die Meere auf lange Zeit. . Meere sind sehr empfindliche Systeme. Zu den größten Gefahren für unsere Meere gehört die Klimaerwärmung. Mit ihr steigt auch die Temperatur des Meerwassers. Heimische Fischarten, die kühle Wassertemperaturen bevorzugen, zieht es deshalb in andere Regionen, den Kabeljau etwa. Nach Norden, wo das Wasser kälter ist.

Zudem macht das Treibhausgas Kohlendioxid die Meere sauer. Es gelangt aus der Luft an der Meeresoberfläche ins Meerwasser und wird dort gelöst und somit im Wasser gebunden. Für die Luft ist das eigentlich gut, denn so sinkt der Anteil der Treibhausgase in der Atmosphäre und damit verzögert sich die Klimaerwärmung. Aber: Wenn Kohlendioxid im Meerwasser gelöst wird, entsteht unter anderem Kohlensäure, wie im Mineralwasser. Wie dir der Name schon verrät, ist diese sauer.

Wird nun das Meer saurer, wird die Kalkbildung von Meeresbewohnern wie Korallen, Muscheln und Schnecken gestört Vor allem Korallenriffe sind dadurch gefährdet und damit nicht nur die Korallen selbst. Denn in Korallenriffe leben auch viele Fische, Krebs und andere Tierarten. Sie gehören zu den artenreichsten Lebensräumen, die wir kennen.

Plastikkontinente

Unsere Meere werden als Müllkippen missbraucht. Das klingt sehr dramatisch, es ist aber tatsächlich ein riesiges Problem. Nach Schätzungen einiger Meeresforscher landen weltweit unglaubliche 675 Tonnen Müll pro Stunde (!) im Meer. Die Hälfte davon ist Plastik. Du weißt, dass Plastik nicht viel wiegt. Um auf nur eine einzige Tonne zu kommen, ist schon ein ganzer Haufen davon nötig. Und haben sich mittlerweile riesige Teppiche aus Plastikmüll gebildet, die täglich weiter wachsen. Einer davon wird gar auf die vierfache Größe Deutschlands geschätzt. Das ist schier unvorstellbar.

Plastik verrottet unendlich langsam. Eine Babywindel kann bis zu 500 Jahre im Meer treiben, bis sie sich aufgelöst hat. Tiere können im Wasser schwebende Plastikteile mit Futter verwechseln oder sich zum Beispiel in Kunststoffschnüren verheddern und dadurch letztlich umkommen. Da das Plastik sich in kleinste Bestandteile auflöst, landet es an irgendeiner Stelle zwangsläufig in der Nahrungskette und damit irgendwann auch über den Fisch auf unserem Teller.

Und es ist eine wirklich große und komplexe Herausforderung, diesen Müll zu vermeiden. Wusstest du, dass mit jeder Wäsche deiner Fleecejacke, die meist aus Polyester oder Polyacryl besteht, bis zu 2000 Kunstfasern ins Abwasser und somit irgendwann ins Meer gelangen? Kein Klärwerk kann sie bislang zurückhalten.

Zu schnell zu viele

Aber auch unser Appetit bedroht die Ozeane. Die Folgen des weltweiten Fischfangs sind einerseits eine Überfischung der Meere und andererseits die Schädigung weiterer Meeresbewohner. Überfischung bedeutet, dass über längere Zeit in einem Gewässer mehr Fische einer Art gefangen werden, als auf natürliche Weise nachwachsen oder zuwandern. Was dann passiert, kannst du dir denken – viele Fischbestände erholen sich nicht oder ungenügend. Denn die Fische, die übrig bleiben, sind zu wenige, um den Verlust ihres Bestandes mit Nachwuchs auszugleichen. Nach und nach verlieren die Meere auf diese Weise ganze Fischarten.

Es ist nicht ganz leicht für die Wissenschaft, zuverlässig festzustellen und nachzuweisen, welche Fischarten wie stark bedroht sind. Aber die Arten, die sich gut untersuchen lassen, sind schon zur Hälfte überfischt. Bei den anderen Fischarten vermutet man, dass auch sie zu großen Teilen überfischt sind.

Umsonst gestorben

Eine weitere Bedrohung liegt darin, dass mit den eingesetzten Fanginstrumenten – Stellnetze, Schleppnetze, oder mit tausenden Angelschnüren besetzte "Langleinen" – Lebewesen aus dem Meer geholt werden, die gar nicht gefangen werden sollten. So kann es passieren, dass sich Meeressäuger in Stellnetzen verfangen und ersticken. Geschützte Haie und Rochen werden in Schleppnetzen mitgefangen. Seevögel landen in Langleinen mit Ködern. Es geraten aber auch Fischarten ins Netz und an den Haken, die überhaupt nicht gefischt werden sollten.

Weil das praktisch nebenbei geschieht, nennt man diese völlig umsonst gefangenen Tiere schlicht "Beifang". Er ist zumeist bereits tot oder so geschwächt und verletzt, dass er nicht überleben kann. Dieser Beifang beträgt jedes Jahr weltweit viele Millionen Tonnen. Bei der Jagd auf Shrimps ist das besonders dramatisch – für ein Kilogramm Shrimps entstehen bis zu 20 Kilogramm Beifang. Dieser Beifang wird, so wie er ist, ins Meer zurückgeworfen.

Ist das nicht eine gigantische Verschwendung? So etwas sollten wir uns beim heutigen Zustand der Meere und der bedrohten Bestände gar nicht mehr leisten dürfen. Und als wäre das nicht genug, schleifen manche Schleppnetze mit schweren Ketten oder Gewichten über den Meeresgrund. So töten sie Bodenlebewesen und stören oder zerstören Lebensräume am Meeresboden.

Gedüngte Meere

Gefahr droht den Meeren außerdem wenn zu viele Nährstoffe ins Wasser gelangen. Sie stammen vor allem aus der Landwirtschaft. Damit Obst und Gemüse wachsen, vor allem in immer größeren Mengen und immer schneller, brauchen sie viele Nährstoffe. Dafür werden die Felder gedüngt. Bei starkem Regen werden Teile dieses Düngers in Bäche und Flüsse geschwemmt und so in die Meere transportiert. Das führt dort zu stark erhöhtem Wachstum von Algen.

Entstehen mehr Algen, als gefressen werden können, sinken sie am Ende ihrer Vegetationsperiode auf den Meeresboden, wo sie von Bakterien zersetzt werden. Diese Bakterien verbrauchen dann zu viel Sauerstoff aus dem Wasser. So viel, dass er für andere Lebewesen am Meeresgrund knapp wird. Meeresbewohner wie Muscheln, ja ganze Lebensgemeinschaften, die nicht einfach wegschwimmen können, sterben so ab.

Vergiftet

Über die Luft und über Flüsse können Schadstoffe in die Meere gelangen. Schwermetalle wie Cadmium und Quecksilber aus der Industrie, Kupfer aus Wasserrohren, aber auch Pflanzenschutzmittel aus der Landwirtschaft. Hinzu kommen Abfälle, die trotz Verboten ins Meer gekippt oder von unachtsamen Touristen am Strand liegen gelassen werden. Das geht so schnell! Der Wind schnappt sich die Tüte, in die du deine nasse Badehose stecken wolltest und weht sie auf offene Meer hinaus. So kann eine kleine Unachtsamkeit einer Schildkröte das Leben kosten.

Ebenfalls eine große Bedrohung für den Lebensraum Meer ist das Öl: Immer wieder wird es illegal entsorgt oder gelangt durch Schiffsunfälle ins Wasser. Besonders schwere Folgen für das Leben im Meer haben Unfälle auf Bohrinseln, bei denen große Mengen Öl freigesetzt werden. Bis ein Leck an der Bohrstelle geschlossen ist, kann es dauern. Bis dahin sprudelt jeden Tag tonnenweise Erdöl ins Meer. Eine Katastrophe für die Meeresbewohner.

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